Die Weinstraßen Europas, Teil 2: Vom Brenner nach Süden

Sicherlich kennen wir die Brenner-Autobahn oder die Brenner-Bundesstraße nicht gerade als Weinstraße, eher als den schnellsten Weg nach Bella Italia. Dennoch möchten wir diese Straße als einen Weg beschreiben, in dessen Umgebung und in den angrenzenden Tälern hervorragende Weine hervorgebracht werden.

Beginnt man die Fahrt von Österreich aus kommend, sollte der erste Halt kein Weingut sein, sondern der Pretzhof im Pfitschtal! Wenn man die Serpentinen hinauffährt und man eigentlich keine Zivilisation mehr erwartet, tut sich dem geneigten Genießer in dieser beeindruckenden Landschaft ein kulinarisches Highlight auf. Viele Weine aus Südtirol haben wir im Pretzhof entdeckt und zuerst getrunken.

Die Weine aus den Tälern und Ebenen Südtirols haben einen gravierenden Wandel durchlebt: vom einfachen Tischwein über zweifelhafte Massenweine von minderer Qualität bis hin zu absoluter Spitzenqualität heutzutage. Vernatsch, Lagrein, Sauvignon oder auch Blauburgunder reifen hier in ihren edelsten und reinsten Formen. Allen voran sind hier Namen wie Gumphof, St. Michael, Ignaz Niedrist oder Lentsch zu nennen, die für die neue Qualität der Region stehen. Im ganzen Bereich von Sterzing über Bozen bis hin nach Meran hinein wurde der Südtiroler Wein konsequent neu erfunden. Moderne, wilde, junge Winzer verbinden Tradition mit Raffinesse auf eine beeindruckende Weise.

Weiter auf der Brenner-Bundestraße ist ein Halt in Trento unverzichtbar. Die Stadt fasziniert mit ihrer Mischung aus K.u.K. und Italien, ihrer Architektur und ihrer Vitalität. Ein Stückchen weiter in Rovereto wird im Hause Balter der TrentoDOC zelebriert, der mit der Herstellung nach der Metodo Classico für absolute Spitzenqualität steht. Er steht dem französischen Champagner in nichts nach und bei jeder Feier ist dieser TrentoDOC eine feine Überraschung.

Noch etwas weiter im Süden läuft die Brenner-Autobahn parallel zum Valpolicella. Hier ist ein Abstecher in das hübsche Städtchen Soave angebracht. Das Weingut Coffele hat mit seinen Spitzen-Soave Weine, welche die alten nichtssagenden Soave der 80er und 90 Jahre vergessen lassen.

Wenn man nun weiter in Richtung Gardasee fährt, sollte man nicht die hervorragenden Lugana von Ca' dei Frati und von Pilandro versäumen. Beide stehen für sich. Qualitativ sowie von der Charakteristik, die durch das südliche Gardasee-Ufer gekennzeichnet ist.

Sie sehen, der Brenner ist mehr als nur eine Autobahn in den weg in den Süden! Er kann durchaus auch ein Weg des Genusses sein.

 

Die Weinstraßen Europas, Teil 1: Die Chiantigiana

Teil 1 Rund um die Chiantigiana

Die Chiantigiana ist – wie der Name schon vermuten läßt – eine Straße, die sich malerisch durch die Hügel des Chianti schlängelt. Beginnend bei Florenz muß man aufpassen, nicht auf die Superstrada in Richtung Siena zu gelangen. Diese führt zwar im Grunde genommen in die gleiche Richtung wie die Chiantigiana, spiegelt aber nur ansatzweise die Vielfalt und die reizvolle Landschaft des Chianti Classico wider.

Auf der Strada Regionale 222 fährt man also in Richtung Süden. Ein wesentlicher Ort inmitten des Chianti Classico ist sicherlich der Ort Greve in Chianti. Ein mit Arkaden gesäumter Marktplatz ist das Markenzeichen des Ortes. Hier lässt sich gut speisen und man sollte nicht versäumen, einen Schluck Chianti Classico aus Greve zu probieren, zum Beispiel von Castello di Uzzano zu probieren. Das Schloss liegt nur unweit von Greve und ist in Privatbesitz.

Etwas weiter südöstlich von Greve liegt Radda, einer der weiteren Hauptorte des Chianti. Dieser historische Ort ist ebenso einen Ausflug wert, zumal er von verschiedenen Punkten aus eine gute Aussicht in die umliegende Landschaft bietet. Daß man auch hier gut essen kann, versteht sich von selbst.

Weiter der Chiantigiana folgend, erreicht man Castellina in Chianti – geradezu das Herz des Chianti Classico. Ein Muß für den Reisenden. Die schöne Innenstadt ist schön renoviert und bezaubert durch die hübschen Straßenzüge und den überbauten, mittelalterlichen Wehrgang.

Das wiederum etwas südwestlich gelegene Monteriggioni und auch das bekannte San Gimignano sollte man von hier aus besuchen. Monteriggioni besticht durch seine vollständig erhaltene Wehrmauer, die sich um das aus ein paar Häusern bestehende Dorf zieht. Für ein ausgezeichnetes Mittagessen empfehlen wir das Restaurant „Il Pozzo“ – es ist nicht zu verfehlen.

Es gibt sicher niemanden, der San Gimignano nicht kennt. Die unzähligen Geschlechtertürme prägen das Stadtbild. Um eine touristische Überlastung des Ortes zu umgehen, sollte man sich eher früh in dem Ort einfinden. Dann aber findet man auch dort leere und ruhige Straßen. Recht zentral und doch exzellent speisen kann man im Al Carcere, einem kleinen Lokal mit lokaler Küche und Weinen aus der Region. Hier wurden wir auch fündig auf der Suche nach dem einzig wahren Weißwein des Chianti-Gebiets: dem Vernaccia di San Gimignano. Wir haben noch einige Flaschen vom 2010er Zeta von Mattia Barzaghi auf Lager. Die drei Gläser im Gambero Rosso dürften Argument genug sein!

Weiter in Richtung Süden wird die Gegend wie auch schon in Richtung Westen hin flacher und „typisch toskanisch“. Das Chianti Classico ist immerhin ein Mittelgebirge mit bis zu 500 Meter hohen Bergen. Die Chiantigiana endet nun in Siena, welches sich noch auf einigen Hügeln erhebt, bevor das Chianti Classico ausläuft. Siena als eine der bedeutendsten Städte der italienischen Renaissance ist ohnehin eine Reise für sich wert.

 

Nachhaltigkeit auch im Weinhandel! Teil 2

In unserem zweiten Teil zur Nachhaltigkeit des Weines und des Handels mit demselben widmen wir uns einem noch unbekannten aber trotzdem nicht ganz einfachen Thema: Badge-Marketing kennen wir aus der Automobil- und Lebensmittelbranche zur Genüge. Hier werden die gleichen Produkte unter jeweils anderen Labels – Badges – zu unterschiedlichen Preisen und differenzierten Images angeboten.

Weniger bekannt ist, daß dies auch in der Sekt-, Wein- oder auch Champagner-Produktion, bzw. –Vermarktung Gang und Gäbe ist. Namhafte Champagner- und Weinhersteller besitzen nicht einen einzigen Rebstock, sondern sie kaufen bereits fertige Produkte im freien Markt und „labeln“ das Produkt als ihr eigenes unter eigenem Namen.

Haben Sie sich eigentlich niemals gefragt wie viele Weingärten, Rebstöcke, Kellermeister und so weiter eine großer Weinproduzent haben muß, dessen Weine im Supermarkt und weltweit in Millionen-Auflage angeboten werden? Wir geben Ihnen jetzt die Antwort: Keine!

Die Frage, die sich jeder Konsument stellen sollte, lautet: welches Produkt kaufe ich da eigentlich? Wir von emmenove Wein & Feinkost kennen unsere Winzer persönlich und deren Produkte ausführlich. Und wir hinterfragen durchaus, ob ein jeweiliger Preis vor diesem Hintergrund auch gerechtfertigt ist.

Mehr Transparenz ist hier auch vonnöten. Denn zu sehr täuschen Etiketten über das Produkt hinweg. Hier sind Marketingstrategen am Werk, die ihr Handwerk durchaus verstehen. Und deswegen sollte man sich auch auf das Fachgeschäft seines Vertrauens verlassen: Im gehobenen Fachhandel bezahlt man sicher etwas mehr als im Supermarkt – allerdings stellt der Fachhandel auch sicher, dass die Berater das Produkt kennen und hier beratend zur Seite stehen.

Die grundsätzliche Gefahr besteht jedoch weiterhin, daß die handwerkliche Kunst der Weinherstellung der industriellen Produktion weicht und wir nur noch technisch einwandfreie, aber leider auch lieb- und charakterlose Produkte bekommen.

Achten Sie darauf, denn der Wein ist es wert!

 

Nachhaltigkeit auch im Weinhandel! Teil 1

Nachhaltigkeit auch im Weinhandel!

Super-Sonderangebot, nochmals reduziert, Top-Preis! Jeder von uns kennt diese Angebote und ist auch geneigt, hier zuzuschlagen. Selber steht man an der Fleischtheke im Supermarkt und wundert sich, daß das Fleisch so billig ist und gleichzeitig sprechen wir mit Freunden und Bekannten über Nachhaltigkeit. Widerspricht sich das nicht? Ja, es widerspricht dem gesunden Menschenverstand, daß ein Sekt 2,99 Euro oder ein Wein 1,99 Euro kostet.

Wenn wir über Nachhaltigkeit in unserer Generation reden, müssen wir auch über einen gerechten und fairen Preis nachdenken, der dem Winzer es ermöglicht, angemessene Gehälter zu zahlen. Der es dem Glashersteller, dem Spediteur und dem Etiketten-Hersteller auch die Gelegenheit gibt, fair zu kalkulieren. Denn all diese einzelnen Komponenten müssen in die Kalkulation einer Flasche Wein oder Sekt einfließen.

Billige Preise sind keine Win-Win-Situation, denn einer wird immer verlieren. Als Weinhändler ist es unsere Aufgabe zu kontrollieren, daß das Preis-Leistungs-Gefüge in Takt bleibt, schon aus Gründen der Verantwortung gegenüber dem Produkt. Nur wenn der Preis des Weines angemessen ist – ich sage explizit nicht: hoch oder teuer – läßt sich dauerhaft gute Qualität produzieren und alle können davon leben.

Es ist eben nicht so, daß sich der freie Markt von selbst regulieren würde und dadurch alle das bekämen, was Ihnen zusteht. Eine Seite wird immer verlieren. Und es ist ebenso nicht der Fall, daß in allen Bereichen der knallharte (Preis-) Wettbewerb sich durchsetzen muß, nur weil dies der leider nicht nachvollziehbaren Lehrbuchmeinung entspricht!

Aber genauso gibt es natürlich die anderen Extreme: Manche Weinhändler kaufen günstigen Wein ein und vermarkten ihn mit schicken Etiketten zu horrenden Preisen. Der Kunde vertraut jedoch seinem Weinhändler, denn er will ein gutes Produkt zu einem angemessenen Preis erstehen. Dieses Vertrauen gilt es zu respektieren darüber hinaus dem Kunden zu vermitteln, wie er guten und weniger guten Wein unterscheiden kann.

Werden wir also unserer Aufgabe bewußt, ein intaktes Preisgefüge zu bekommen und lassen wir auch im Weinhandel das Wort Nachhaltigkeit nicht nur eine leere Hülle sein. Gestehen wir unseren Winzern auch zu, in 10 und 15 Jahren guten Wein produzieren zu können, damit ein Ausverkauf nicht mehr rentabler Weingüter, wie es gerade im Chianti passiert, nicht mehr stattfindet. Nur so werden wir wirklich auch in Zukunft eine Win-Win-Situation erreichen.

Der Wein ist es wert!

 

Weine für den Sommer 2012

Darf ich mal nachschenken?

Das Wetter ist bislang wahrlich keine Meisterleistung des Sommers 2012, dennoch dürstet uns an schwülen Tagen nach einer Erfrischung und Abkühlung! Uns was paßt besser als ein gut gekühltes Glas Weißwein oder ein Rosé? Der Rosé fristete in den vergangenen Jahren leider ein gewisses Schattendasein, was aber durchaus verständlich ist. Lange Zeit waren Rosé-Weine entweder richtiggehend sauer, oder langweilig oder pappig süß. Keine dieser Eigenschaften wollen wir haben!

Seit einiger Zeit jedoch besinnen sich die Winzer wie auch bei ihren Weiß-, Rot- und Schaumweinen auch bei den Roséweinen wieder auf hohe Qualität. Aus überwiegend roten Trauben hergestellt bleibt der Saft beim Pressen noch einige Stunden auf der Maische und nimmt daher aus den Schalen eine rosa Farbe an. Würde man den Saft länger auf der Maische stehen lassen, würde man den Saft ganz klassisch für Rotwein verwenden.

Ein guter Rosé, das heißt aus gutem, möglichst sortenreinem Lesegut, und von einem umsichtigen Winzer, ist im Sommer eine herrliche Erfrischung. Aber ein guter Rosé braucht nicht unbedingt die Sonne oder hohe Temperaturen, um zu schmecken.

Die Italiener haben es vorgemacht: denn schon im letzten Jahr war der Rosé aus den italienischen Weinbars nicht wegzudenken. Was hat die Rosé-Weine so boomen lassen? Gerade an heißen Tagen wären schwere Rotweine ein erschlagendes Getränk. Aber auch die Weißweine haben an Volumenprozent zugelegt. Der Rosé läßt sich schön gekühlt genießen und macht im Glas auch noch eine schicke Figur.

Man trinkt wieder mehr Rosé! Das Tolle am Rosé sind seine verschiedenen Charaktere: es gibt ihn in vielen Nuancen und er wird nicht langweilig. Auch Frizzante oder Spumante beleben und können bei einem schönen Grillfest Begleiter sein. Jeder findet seinen Rose der ihm schmeckt. Wir von emmenove haben deswegen auch verschiedene Rosé im Angebot, damit auch jeder seinen Favoriten finden kann. Unser Sortiment an Rosé-Weinen finden Sie unter http://www.emmenove.de/index.php/shop/weine-arten/roseweine. Gerne stellen wir Probierpakete mit unterschiedlichen Rose zusammen!

Nun zum Schluß noch eine Idee aus vergangenen Zeiten für eine köstliche Erfrischung. Überraschen Sie Ihre Gäste mal mit einer Kalten Ente. Ein Getränk, welches bis vor 20 Jahren auf keinem Ball wegzudenken gewesen wäre. Geben Sie in einen großen Krug (am besten ein speziell für Kalte Ente vorgesehenes Gefäß) die gleiche Menge trockenen Sekt und Weißwein und geben Sie Zitronenschale und ggf. Eis hinzu. Eine perfekte Erfrischung bei heißen Temperaturen!

 
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